Die letzten Monate habe ich wirklich viel Geld in die Arbeit investiert. Ich habe mir neue Fachbücher gekauft, die sehr, sehr hilfreich sind und sich besonders Einsteiger zulegen sollten (hätte ich das doch mal vor einem Jahr schon gemacht…).

Als ich 2017 den Sprung in die eiskalte Selbstständigkeit gewagt hab, hätte ich mir jedenfalls solche Tipps wirklich sehr gewünscht. Im Zeitalter des Internets kannst Du natürlich auch googlen, aber ich bin immer noch der Meinung, Bücher solltest Du Dir ergänzend dazu kaufen. Jedenfalls findest Du nachfolgend meine persönliche Einkaufsliste für Dich zusammengestellt. Ich werde nur kurz beschreiben, um was es geht, in anderen Blogs aber im Detail auf die Bücher eingehen.

Die Liste ist aktuell vom 22.01.2019 und wird ziemlich sicher erweitert, da ich noch ein paar Bücher im Auge habe. Ich werde mir Mühe geben, die Liste regelmäßig zu erweitern, im besten Fall auch an die aktualisierten Auflagen zu denken. 🙂

  • „Überleben als Übersetzer: Das Handbuch für freiberufliche Übersetzerinnen“ von Miriam Neidhardt*

    Das ist ein wirklich absolut großartiges Buch! Die Männer sollten sich vom Titel nicht abschrecken lassen, ist auch für euch bestens geeignet. 😛

    Frau Neidhardt hat mir das Leben als Berufseinsteiger wirklich unglaublich erleichtert. Sie gibt einem sehr, sehr viele Tipps, angefangen von der eigenen Präsentation unter Kunden, Kollegen und im Internet, über die Akquise und Bindung von Kunden, der Projektabwicklung bis hin zu Weiterbildungen etc. Sie arbeitet dabei auch mit anderen Kollegen zusammen, die ebenfalls Beiträge zum Buch in ihren eigenen Fachbereichen abdecken.

    Da sie viele Themen abdeckt, kann sie nicht überall ins kleinste Detail gehen, aber ich habe daraus sehr viele Denkanstöße mitnehmen können und ziehe auch jetzt noch immer wieder das Buch zu Rate, besonders wegen Themen wie Marketing und Akquise. Ich lege das Buch auch Berufserfahrenen zu Herzen, weil es immer noch viele Übersetzer gibt, die keine Internetpräsenz in Form von einer Webseite oder Plattformen wie Xing oder LinkedIn haben und daraus sicher viele Informationen erhalten können.

    Auf ihrer Webseite gibt sie noch mehr Ratschläge, dazu einfach ihre Blogs oder PDFs anschauen. Besonders hilfreich ist ihre kostenlose PDF zum Aufbau einer eigenen Webseite in WordPress. Ich mag ihre Ratgeber auch deswegen, weil sie Dich abholt und Dich zwar formell, aber nicht steif anspricht. So liest es sich gleich viel angenehmer.

  • „Erfolgreich selbstständig als Dolmetscher und Übersetzer: Ein Leitfaden für Existenzgründer“ vom BDÜ*

    Der Ratgeber ist vom Ansprechstil sehr gegensätzlich zu dem von Frau Neidhardt. Damit will ich sagen, dass das Buch nicht nur formell, sondern auch steif gehalten ist. Aber uns interessien die Tipps, nicht wahr? 🙂

    Im Prinzip deckt das Buch dasselbe ab wie das von Frau Neidhardt, nur dass auch viele Tipps und Tricks für alle Arten von Dolmetschern drin stehen. Ein weiterer Unterschied ist, dass mehr über Rechtsgrundlagen, Versicherungen, Ausstattung des Büros sowie weitere Literaturtipps drin stehen. Außerdem sind auch Musterbeispiele für Rechnung, Angebot etc. darin enthalten.

    Was mich beim ersten Mal lesen ein wenig „schockiert“ hat, weil es so eindringlich und ganz am Anfang geschrieben steht, aber absolut gerechtfertigt ist, ist der eindringliche Rat des BDÜ, dass Du Dir ganz genau überlegen solltest, ob Du das Mindset hast, um Dich als Übersetzer selbstständig zu machen und ob Du dass allein oder mit Kollegen machen willst und, wenn letzteres zutrifft, was Du beim Zusammenarbeiten mit anderen beachten solltest.

    Die ganze Welt denkt klischeehaft, dass Selbstständige den ganzen Tag in der Hängematte am Strand rumhängen können. Ok, das können sie theoretisch auch ;), aber der BDÜ erinnert daran, dass Du Dich wirklich um alles (Versicherung, Marketing, Akquise usw.) selbst kümmern musst, was Dir sonst so der Arbeitgeber abnimmt, dass Du Disziplin haben und mit Enttäuschungen und Rückschlägen umgehen können musst. Aber keine Sorge: Mit den Büchlein und meinem Blog ist das alles easy-going für Dich.

  • „Grünes Licht – Ein Ratgeber zur Existenzgründung für Übersetzer und Dolmetscher: Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe Berufseinstieg“ vom ADÜ Nord*

    Der Ratgeber vom Berufsverband ADÜ Nord ist etwas anders aufgebaut als der vom BDÜ, hat eine andere Herangehensweise. Sie haben für den Berufseinstieg eine eigene Arbeitsgruppe, die ständig vergleicht und schlussfolgert. So findest Du z. B. auch Daten zum Jahreseinkommen, je nachdem, ob Du Teil- oder Vollzeit arbeitest etc. Ist auch mal ganz interessant, denn sonst existieren kaum Vorstellungen davon, wie die Selbstständigkeit in Zahlen aussieht, wie Du selbst eigentlich aufgestellt bist, ob Dein Geschäft rentabel ist etc.

    Im Ratgeber stehen dann auch Dinge wie ein Businessplan, Existenzförderung uvm. Das Buch ist eher im FAQ-Format gehalten und beantwortet deshalb konkret gestellte Fragen, z. B. ob Du Dir eher einen Laptop oder einen PC anschaffen oder die Umsatzsteuer ausweisen solltest. Die Bücher vom ADÜ Nord, vom BDÜ und von Frau Neidhardt ergänzen sich perfekt, denn jedes Buch behandelt bestimmte Themen, die die anderen nicht oder nicht gänzlich behandeln, deswegen empfehle ich diese drei Bücher sehr.

  • „Werden Sie Übersetzer: Ein Leitfaden für Quereinsteiger“ von David Schmidhofer*

    Ich war auch neugierig, wie der Einstieg für Quereinsteiger ist. Ich habe Übersetzen an einer Fachakademie studiert, aber einige Kollegen kennengelernt, die einen ganz anderen fachlichen Hintergrund hatten, aber irgendwann aus Neugier und Spaß am Texten und an Sprachen Übersetzer geworden sind. Oft in ihrem eigenen Fachbereich, was natürlich hilfreich ist, wenn jemand 20 Jahre als Frauenarzt gearbeitet hat und dann Texte in diesem Fachbereich übersetzt.

    Das Buch ist etwas dünn, aber sehr unterhaltsam. Es ist vollkommen anders als die drei zuvor genannten, denn der Autor bricht mit dem Formellen und „Ernsthaft-Konservativem“ in der Übersetzer-Branche. 😉 Er nimmt vor allem diejenigen an die Hand, die so gar keine Ahnung vom Übersetzen und von der Branche haben, und hilft ihnen dabei, sich mit allem auszustatten, was ein Übersetzer haben und wissen sollte.

    Er gibt einem z. B. sehr hilfreiche Tipps, wo Du „Gratis“-Glossare herkriegst (z. B. die Glossare von der EU oder Microsoft), welche Hilfsmittel Du Dir besorgen solltest, was Du beim Übersetzen beachten solltest, wie Du Dich im Internet präsentieren solltest (ganz wichtig: ProZ, eigentlich das wichtigste Übersetzerportal), wie Du mit Enttäuschungen umgehen kannst, wie Du Deine Effizienz steigern kannst, uvm.

    Er spricht auf jeden Fall eher die digitalen Nomaden an und erklärt, wie Du Dir die Selbstständigkeit einfach und unkompliziert halten kannst, wenn Du viel reisen möchtest. Ich halte das Buch für diejenigen, die sich liebevoll ein seriöses Arbeitszimmer oder Büro einrichten möchten, für eher ungeeignet. Ach so und er gibt auch Tipps, wie Du als selbstständiger Übersetzer und digitaler Nomade frugal leben und Geld sparen kannst.

  • „Steuerleitfaden für Dolmetscher und Übersetzer“ vom BDÜ*

    Also ich hab letztes Jahr meine erste eigene Einkommensteuererklärung abgegeben. Ja, ich hab mich rangetraut und sie selbst ausgefüllt. Ich hab mich bei ELSTER angemeldet, mich ein bisschen damit beschäftigt, abgeschickt, alles super gelaufen. Tja, nur, ich wollte in meinem ersten Jahr noch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Ich war schließlich noch unsicher, wie das Geschäft laufen würde und wozu dann Steuern abführen, wenn ich noch gar keine im Voraus bezahlen kann?

    Nach einem Jahr muss ich allerdings sagen, dass das in gewisser Weise ein Fehler war. Warum, erkläre ich in Umsatzsteuer zu Beginn der Selbstständigkeit? Ich sage jein!, denn ich habe endlich begriffen, was die Umsatzsteuer für Unternehmer bedeutet, wie sie funktioniert und was für Vorteile ein Unternehmer davon hat. Ich beschreibe euch in einem anderen Beitrag dann auch genau und mit Bildern, warum ihr vor dem Schreckgespenst Steuerklärung keine Angst haben müsst, wenn ihr es einmal selbst gemacht habt. Das ist unbedingt notwendig, denn ich habe tagelang mit Recherche verbracht und mich furchtbar aufgeregt. Das will ich euch ersparen!

    Ich fand den Ratgeber eher mäßig gut in Bezug darauf, wie Du Deine Steuererklärungen etc. ausfüllen musst. Also es gibt keine Anleitung im Sinne von „Trage in Zeile sowieso das und das ein.“, das fand ich sehr schade.  Warum trotzdem kaufen? Weil er im Gegensatz dazu ganz genau erklärt, was Du alles absetzen kannst. Er bietet dir tolle Fallbeispiele, an denen Du Dich orientieren und die Du dann mit Deinem Wissen zum Steuererklärung ausfüllen kombinieren kannst. Wusstest Du, dass Du einen gewissen Prozentsatz Deines Autos im privaten Gebrauch absetzen kannst? Wusste ich vor dem Buch auch nicht. 😉

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