In meinem heutigen Thema möchte ich Dir einige Internetseiten vorstellen, die sich als besonders nützlich für Dich und Dein Geschäft erweisen werden. Einige Seiten behandeln nur das Thema Unternehmertum, Selbstständigkeit und ganz allgemein auch politische, wirtschaftliche und finanzbranchenbezogene Themen (Stichwort Weiterbildung im eigenen Fachgebiet), andere sind wirklich rein auf Übersetzer ausgerichtet.

Du weißt noch, warum ich diesen Blog schreibe? Richtig, ich will, dass Du meine Tipps von Anfang an beherzigst. Melde dich gleich auf den Seiten an und lies die Beiträge dieser Seiten regelmäßig! Besonders die Übersetzerseiten. Diesen Satz wirst Du unter Garantie noch oft lesen, aber ich kann es nicht oft genug betonen: Ich bereue es, dass ich das nicht von Anfang an so gemacht habe. Ich habe sehr lange Zeit still, heimlich, leise und alleine in meinem Kämmerchen vor mich hin übersetzt. Seit ich in diversen Übersetzergruppen bin, habe ich erst festgestellt, wieviel Spaß der Austausch mit Kollegen macht und wie unglaublich hilfreich und nützlich ihre Erfahrungswerte und Berichte sind.

Da sind Seiten dabei, die ich teils bereits seit Jahren lese und Seiten, die ich erst seit kurzem zu meinem Newsfeed zähle. Auch diese Liste werde ich mit Sicherheit noch erweitern. Sie ist aktuell vom 03.02.2019. Fangen wir doch gleich mal ohne Umschweife an. 🙂

Entrepreneur

Wie der Name Dir bereits verrät, geht es hier vor allem um Unternehmer und Selbstständige. Ich lese die Beiträge dieser Seite wirklich seit Jahren; ich glaube, ich hatte sie im Studium auf Facebook entdeckt, als ich in Gedanken schon mit der Selbstständigkeit gespielt hatte.

Es sind oft Gastbeiträge von anderen Unternehmern, die auf die verschiedensten Themen eingehen: Wie motiviere ich mich, wenn ich mal keine Lust habe? Welche Fehler könnte ich als Anfänger machen und wie vermeide ich sie? Wie gehe ich mit einer hohen Auftragslage und Stress um? Brauche ich To-Do-Listen oder einen festen Workflow? Wenn ja, wie kann ich das gestalten?

Es geht dabei meiner Meinung nach vor allem darum, das richtige Mindset dafür zu schaffen, erfolgreich selbstständig zu sein. Du musst Dir darüber im Klaren sein, dass Du nicht „zum Spaß“ selbstständiger Übersetzer bist. Es steckt viel Arbeit dahinter und Du willst damit immerhin nicht nur Geld verdienen, sondern auch ein Profi in Deinem Job werden, also ein Geschäftsmann bzw. eine Geschäftsfrau. Die Beiträge haben mir jedenfalls stets dabei geholfen, in welche Richtung ich mich entwickeln möchte, wie ich am effizientesten und produktivsten arbeite und mich dennoch nicht unnötig überbelaste.

Ich muss dazu aber noch eines sagen: Die Seite ist in meinen Augen sehr „amerikanisch“. Ich selbst bin zwar ein großer Anhänger dieser Seite, muss aber zugeben, dass sie eher so klingt, als ob sie aus Dir den erfolgreichsten Broker an der Wall Street machen will. Okay, das ist doch ein bisschen übertrieben, aber es ist ein völlig gegensätzliches Mindset zu den eher risikoscheuen Deutschen.

Was ich immer wieder in Deutschland feststelle, ist dieser Unwille, die sehr harte Arbeit eines Unternehmers oder Selbstständigen anzuerkennen. Da wird einem tatsächlich gleich unterstellt, einen auf Elon Musk machen zu wollen.  Ja, ehrlich. Ich garantiere Dir, dass 7 von 10 Personen, denen ich erzählt habe, dass ich mich selbstständig gemacht habe, so reagiert haben: „Wie, Du hast Dich selbstständig gemacht? Oh mein Gott, das würde ich nie tun! Was ist, wenn es den Bach runtergeht? Was machst Du wegen der Krankenversicherung und wegen der Rente? Und überhaupt, Du arbeitest doch dann nur noch rund um die Uhr oder? Wie kommst Du ohne ein geregeltes Einkommen zurecht?“

2 weitere Personen reagieren so: „Aber wenn Du regelmäßig Deine Preise erhöhst, zockst Du Deine Kunden ab.“ (what?) oder „Schau Dir die mal an, die verdient ihr Geld fürs Nichtstun. Die sitzt den ganzen Tag zuhause am PC, macht sich einen faulen Lenz und verdient damit Geld. Die geht nicht mal richtig arbeiten. Übersetzen ist doch keine Arbeit, das kann doch jeder.“

Und nur eine einzige Person davon reagiert so: „Wooow, Du bist selbstständig? Das könnte ich niemals schaffen, das ist doch so viel harte Arbeit. Ich habe den allergrößten Respekt vor Dir und dass Du Dich das getraut hast.“ In den USA wäre das ganz anders. Da würden Dich 9 von 10 Personen dafür beglückwünschen, dass Du Dir was aufbaust. Und genau darauf ist die Seite ausgerichtet: Der Wille und der Ehrgeiz, hart an Dir und Deinem Geschäft zu arbeiten und erfolgreich zu werden. Ich bin ein extrem ehrgeiziger Mensch und ich will aus mir die maximale Effizienz und Produktivität rausholen.

Wenn Du das auch willst, egal aus welcher Branche Du stammst, bist Du auf Entrepreneur goldrichtig.

Facebook

Also ich empfehle Dir, nur in wenigen Social Media-Plattformen unterwegs zu sein. Wenn Du auf 10 Plattformen angemeldet bist, aber nur eine oder zwei davon pflegst, bist Du nicht nur eine Karteileiche, sondern es sieht auch unprofessionell aus. Zuckerberg hin oder her ist Facebook die Plattform meiner Wahl. Man kann Facebook nämlich nicht nur dafür nutzen, um anderen mit Details aus seinem Leben auf die Nerven zu gehen.

Vorteile von Facebook?

1. Newsfeed: Mein Newsfeed ist absolut auf den Beruf ausgerichtet. Ich habe natürlich auch private Kontakte auf Facebook, aber ich habe alle deabonniert (nicht böse sein 😉 ) und es tauchen gezielt nur noch Beiträge zu berufsbedingten Seiten auf. Ich lese z. B. den Entreprenuer nur auf FB, außerdem noch den Business Insider (siehe weiter unten), und diverse Seiten, die ich gleich aufzähle.

2. Nützliche Seiten: Da wären der BDÜ, SDL, VDÜ, ProZ, Übersetzerjetzt.de, Psychology Today (auch hobbymäßig, lese ich auch bereits seit vielen Jahren), Journal of Neuroscience & Clinical Research, TED, Translating for Europe, finanzen.net, DeviceMed, Science, WirtschaftsWoche, Financial Times, The Wall Street Journal, Protect the Wolves (ich spende regelmäßig), BeeGood (ebenfalls Tierspende), Health, IFB (die Akademie, an der ich studiert habe), uvm. Einige Seiten lese ich aufgrund meiner Fachgebiete, andere, um mich in meiner Branche und über die Welt auf dem Laufenden zu halten.

Du kannst das natürlich individuell gestalten und an Dich und Deine Fachbedürfnisse anpassen. Du kannst Messen hinzufügen oder die Seiten Deiner Kunden. Wichtig dabei ist, dass die Seiten aktuell sind. Wenn das letzte Mal vor drei Seiten etwas gepostet wurde, erscheint natürlich nichts in Deinem Feed. Und sie muss natürlich professionell sein, wie das Journal oder Psychology Today.

3. Deine eigene Unternehmerseite: Ja, ich habe meine eigene Seite, Manuela Grün. Auf meiner Facebookseite werden gleich automatisch alle meine neuen Blogbeiträge geteilt, damit meine Follower dort auch auf dem Laufenden bleiben. Du solltest diese Funktion auf so wenige Plattformen wie möglich beschränken, sonst denkt Dein Kunde, Deine Seiten sind nur Fassaden und Du kümmerst Dich nicht aufrichtig darum. Außerdem teile ich auch ab und zu interessante und berufsrelevante Artikel von anderen Seiten.

Im Moment läuft sie auf Deutsch, Facebook hat leider nur für sehr große Unternehmen eine zweisprachige Version. Für eine englischsprachige fehlt mir im Moment die Zeit, die müsste ich extra anlegen und regelmäßig aktualisieren. Wenn Du Dir die Zeit nehmen willst, könntest Du es wie große Unternehmen machen und einfach den Namen des jeweiligen Landes dahintersetzen. Die Modezeitschrift Vogue hat für Deutschland z. B. „Vogue Germany“.

4. Gruppen: Da wären ÜbersetzerInnen, Translation Jobs, Übersetzer/Dolmetscher Jobbörse und Trados Studio. Aus irgendeinem Grund ziehe ich Facebook Proz und TranslatorsCafé usw. vor. Ich habe von ProZ auch die App auf dem Handy, aber ich interagiere einfach mehr auf Facebook. Auf den ersten beiden genannten Gruppen habe ich jetzt viel gelesen und auch meinen Senf abgegeben. Wie gesagt, es macht sehr viel Spaß, sich mit anderen auszutauschen.

Dabei gelten wie überall die üblichen Benimmregeln: Bedanke Dich für die Aufnahme, stelle Dich vor, bringe Dich mit Deinem Fachwissen ein, stelle Fragen, wenn Du welche hast, sag Bitte und Danke und bleib immer freundlich und höflich. Wenn Dich jemand wirklich auf die Palme bringt, steig aus der Diskussion aus – Du musst nicht immer das letzte Wort haben. 😉

Facebook kann durchaus seine Benefits haben. Was Du halt aktiv selbst betreiben musst, ist Datenschutz. Ich habe unter Berufsangabe meine Seite verlinkt und mehr steht da nicht über mich. Auf meiner privaten Seite findest Du keine privaten Details, meine Fotos sind privat, alles privat. Du musst selbst entscheiden, was Du Facebook und die Welt sehen lassen willst. Achte darauf, was Du auf Facebook likest. Achte darauf, dass Du so selten wie möglich auf die gesponserten Seiten von Facebook klickst, das merkt sich der Algorithmus.

Lass den Algorithmus lieber für Dich arbeiten: Wenn Du wirklich nur auf berufsrelevanten Seiten unterwegs bist, zeigt Dir Facebook auch keinen nutzlosen und zeitverschwenderischen Kram an. Ansonsten kann ich nur sagen: Wenn es Dir ernsthaft um Datenschutz geht, hör auf, Whatsapp, Google, Amazon, Twitter und kurz gesagt das ganze Internet zu benutzen. Jeder sammelt Daten. Ich meine wirklich jeder. Manche absichtlich, manche unabsichtlich.

ProZ und TranslatorsCafé

Proz dürfte das bekannteste Übersetzerportal sein. Es ist englischsprachig und dementsprechend international. Proz ist auch eine großartige Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen. Aber das Tolle ist, dass sich nicht nur Übersetzer dort tummeln, sondern auch potenzielle Kunden. Sie stellen Ausschreibungen ein und Du kannst Dich bewerben. Natürlich nicht für lau, setz Deine Preise durch. Gibt leider auch auf Proz Übersetzer mit Dumpingpreisen… Jedenfalls kriegst Du da manchmal echt interessante Anfragen.

Du wirst außerdem dafür belohnt, wenn Du anderen Übersetzern hilfst, indem Du Terminologiefragen beantwortest. Dadurch steigt Dein Ranking. Du kannst außerdem gezielt von Kunden nach Deinen Fachgebieten und Sprachen gesucht werden. So kann Dich ein Kunde finden, der einen Übersetzer Englisch-Deutsch in Kardiologie sucht.

Du kannst Dir ein kostenloses Profil erstellen. In den meisten Fällen reicht das auch. Einer der Vorteile vom Premiumpaket ist halt, dass Du besagte Jobausschreibungen früher siehst als die anderen. Wenn sich das rechnet, warum nicht?

LinkedIn und Xing

Das sind die Nummer 1-Portale zum Netzwerken. Laut einer Umfrage unter deutschen Unternehmen wird für sie Xing immer relevanter, wenn es um die Suche nach potenziellen Mitarbeitern geht. Natürlich willst Du Dich nicht anstellen lassen, aber ich bin z. B. auch hier in berufsrelevanten Gruppen drin und es besteht durchaus die Möglichkeit, dass in der Medizingruppe mal einer auf Dich aufmerksam wird. LinkedIn ist das englischsprachige Pendant dazu. Ich habe da schon etliche Kontakte, darunter sind Kunden von mir sowie ehemalige Kommilitonen und Dozenten. Das kannst Du dann immer weiter ausbauen, weil auf LinkedIn jeder mit Rang und Namen ist.

Business Insider

Die Seite lese ich auch wie den Entrepreneur eher aus geschäftlichen Gründen (und eher auf Facebook *lach*). Außerdem enthält der Business Insider Tipps zum Umgang mit Finanzen, Tipps allgemein fürs Leben, und vor allem stets aktuelle wirtschaftliche und politische Nachrichten. Er ist sozusagen alles wichtige kompakt auf einer Seite.

So, das war’s erstmal. Wie Du weißt, bin ich immer daran interessiert, Neues zu entdecken. Lass mich also unten in den Kommentaren wissen, wie Du Dich auf dem Laufenden hälst oder welche Social Media-Profile Du hast. Vielleicht funktioniert ja Twitter für Dich? Wie Dir jeder bestätigen wird, bin ich selbst im Internet eine redselige Person, also wäre Twitter nichts für mich, aber vielleicht kennst Du da auch ein paar coole Seite, die Du weiterempfehlen kannst?

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